Wirkung und Effekte

Die Wirkungen und Effekte der hyperbaren Sauerstofftherapie sind durch umfangreiche Studien gut definiert und lassen sich auf physikalische, physiologische und biochemische Grundprinzipien zurückführen.

Symptome und Krankheiten treten erst auf, wenn der Organismus über keine Möglichkeit der Regulation mehr verfügt.

Der menschliche Körper besteht aus bis zu 100 Billionen Zellen. Auch Zellen müssen eine Art Bewusstsein haben: sie erhalten sich, sie reparieren sich, sie vermehren sich, sie vernichten sich; aber jede Operation wird normalerweise so ausgeführt, dass sie in das Ganze passt. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass gerade die Sauerstoff-Unterversorgung des Gewebes, (die Gewebe bestehen aus Zellen) zu einem der größten Probleme für den Körper führt: es entsteht Zellhypoxie, Sauerstoffmangel in den Zellen. Die Sauerstoffatome sind in vielen einzelnen Stoffwechselprozessen in den Zellen beteiligt, in so genannten Reduktions-Oxidationsprozessen /Redoxsystem als Enzymanordnungen.

Durch das Einatmen von 100% Sauerstoff unter Überdruck wird der Sauerstoff-Partialdruck im Blutplasma auf das 20-30 -fache erhöht , und zusätzlich wird erheblich mehr Sauerstoff physikalisch in dem Blutplasma gelöst. Erhöhte Sauerstoffpartialdrücke bewirken in hyper-oxyschen Geweben und Organen eine Reduzierung des Blutflusses durch Vasoconstriktion, antiödematöse Wirkung und in ischämischen Geweben eine Vasodilitation. Dieser Effekt des Sauerstoffs beruht auf einem autoregulatorischen Effekt: die erhöhten Sauerstoffpartialdrücke im Gewebe und Organen stellen eine Luxusversorgung dar.

Folgen: Verbesserung der Mikrozirkulation, Entwicklung der Kollateralblutzirkulation/ Angioneogenese/ Antiödematöser Effekt, Hypoxie Reduktion in den Zellen, Aktivierung der aeroben Glykolyse, Verbesserung sogenannter Reduktions-Oxidationsprozesse in den Zellen, also Stoffwechsel in den Zellen, Aktivierung der Regulationsmechanismen und Regenerationsmechanismen im Körper.

Wirkungen und Effekte der hyperbaren Sauerstofftherapie auf den menschlichen Organismus.

Herz-Kreislaufsystem

  • Liquidierung des Sauerstoffmangels im Myokard /Herzmuskel
  • Senkung der Herzschlagfrequenz und Analgetische Wirkung
  • Verbesserung des Erregungsleitungssystems
  • Normalisierung der Myokardkontraktilität und des Myokardmetabolismus
  • Normalisierung des Herzminutenvolumens und Herzminutenindex
  • Senkung des zentralen Venenblutdrucks und des Pulmonalarteriendrucks
  • Entwicklung der Kollateralblutzirkulation im Myokard, Angioneogenese/
  • antiarrhytmische Wirkung /ventrikuläre Extrasystolie

Peripheres Gefäßsystem

  • Vasoconstriktion: Gesundes Gewebe
  • Steigerung des peripheren Gefäßwiderstands
  • Vasodilitation: ischämisches Gewebe
  • Verbesserung der Mikrozirkulation und Wundheilung
  • Entwicklung der Kollateralblutzirkulation /Angioneogenese
  • Antiödematöse Wirkung durch Vasoconstriktion
  • Verminderung des intrakraniellen Drucks

Atemsystem

  • Steigerung der Lungendurchblutung; Senkung der Atemfrequenz
  • Steigerung des Atemvolumens; Senkung des Atemminutenvolumens
  • Steigerung der Lungenvitalkapazität und der Sekundenkapazität
  • Steigerung der maximalen Lungenventilation und des Reservevolumens

Metabolismus /Stoffwechsel

  • Hemmung des anaeroben Metabolismus
  • Aktivierung der aeroben Glykolyse
  • Verringerung der Milchsäurebildung
  • Normalisierung des Säure-Basen-Gleichgewichts
  • Normalisierung des Elektrolythaushalts
  • Aktivierung der Reduktions-Oxidationsprozesse
  • Normalisierung des Energieumsatzes
  • Normalisierung der Nierenfunktion; Detoxikationseffekt
  • Aktivierung der Muskelregeneration und Knochenregeneration
  • Aktivierung der Fibroblastenproliferation und Kollagensyntese

Blutrheologie

  • Hemmung des Blutgerinnungsfaktors
  • Steigerung des fibrolytischen Systems
  • Verminderung der Thrombozytenadhäsion
  • Verminderung der Erythrozytenadhäsion
  • Verminderung der Osmolität- und Blutviskosität
  • Normalisierung des Gasbestands im Blut
  • Aktivierung der Erythropoese und Hämoglobinreduktion
  • Deblockierung des inaktivierten Hämoglobins, Myoglobins und der Zytochromoxydase
  • Verdrängung von Kohlenmonoxid und schnellere Elimination
  • Verkleinerung der Gasblasen nach Gasembolie oder Dekompressionserkrankung

Immunsystem

  • Aktivierung von Leukozyten und Makrophagen
  • Aktivierung des Immunsystems
  • Antibakterielle Wirkung und Toxin Inktivierung
  • Verstärkter Effekt der Antibiose
  • Hemmung der Bakterienproduktion und Toxinbildung
  • Aktivierung der Schleimhautregeneration bei Colitis Ulcerosa, Geschwüren
  • Aktivierung des schleimhautassoziierten Immunsystems
  • Aktivierung der Regulationsmechanismen und Regenerationsmechanismen